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Diese Chronik wurde von Herrn Helmut Berchtold, im Zusammenhang mit einer
Chronik über unseren Ort, zusammengetragen und uns zur Verfügung gestellt.


Der Engetrieder Fasching, wie er sich heute zeigt, begann
mit der Lehrerin Paula Kirmaier (geb. Seitz) im Jahre 1948.
In Absprache mit dem zuständigen staatl. Schulamt durften bei
Ihr die Kinder am Faschingsdienstag maskiert zur Schule kommen.
Nach einer kleinen Faschingsaufführung im Schulgebäude
zogen die verkleideten Schüler singend durch das Dorf.
Einige Gönner spendierten Süßigkeiten.

Zum Abschluß des Zuges traf man sich mit den Eltern im
Gashaus Kreuz, wo Tanzspiele und Polonaise den Tag abschlossen.
In den nun folgenden Jahren engagierte sich die neugegründete
örtliche Musikkapelle immer mehr und übernahm
ab Mitte der 1950er Jahre die Organisation dieser Veranstaltung.

Die maskierten Musikanten verliehen dem
bunten Treiben buchstäblich mehr Schwung.
Alte Kutschen und Wagen, die oft auf sehr originelle Art umgebaut worden
waren, rundeten zusammen mit immer mehr Erwachsenen das Bild ab.
Die Lehrer und Kinder waren weiterhin mit ihren Schülern
am Umzug beteiligt und bestachen selbst mit originellen
und aufwendigen Masken.

So wurde der ursprünglich schulinterne Faschingsumzug mit
jedem Jahr größer und schließlich über das Dorf hinaus bekannt.
Anfang der 1960er Jahre wurden bereits Fahrten
in vier Nachbarschaftsgemeinden, wie Ronsberg, Oberegg, Markt Rettenbach organisiert.
Die Ausmaße nahmen jedoch bald Formen an, daß die
Organisation eines solchen Faschings nicht mehr die Sache

einer Musikkapelle sein konnte. So kam es, daß 1969
der Engetrieder Faschingsverein gegründet wurde.
Sofort traten dem neuen Verein über 50 Mitglieder bei.
Mit einem bescheidenen Jahresbeitrag wurde
der Umzug auch materiell gesichert.

Als erster Vorstand wurde der bisherige Organisator Manfred Mayer gewählt.
Bald darauf wurde es tatsächlich ernst und die Organisation weitete
sich ebenso wie die Zahl der Mitglieder (heute über 500) zwangsläufig aus.

Am 29.11.1980 erfolgte in Lauingen die Gründung des Verbandes
Bayerisch-Schwäbischer Faschingsvereine als ein Regionalverband
des Bundes Deutscher Karneval.

Der Engetrieder Faschingsverein trat als
Gründungsmitglied bei. Inzwischen konnte
sich der Verein mit seinen Aktivitäten ja auch wirklich sehen
lassen und brauchte keinen Vergleich mehr zu scheuen.

Faschingsprinzenpaare und Garden waren aus
der Öffentlichkeit nicht mehr wegzudenken.
Inzwischen werden die Umzüge, auch wegen des riesigen Aufwandes, nur noch im Zweijahresturnus durchgeführt.
Mit dem Schlachtruf "Was isch schee? D’Fiaß in d’Heh"wurde der Umzug in
Engetried, bei dem bis zu 30.000 Zuschauer gezählt werden konnten, einer
der größten im weiten Umland.

Radio und Fernsehen übertrugen das Ereignis,
an dem über 40 Gruppen und Wägen beteiligt sind.
Der Aufwand der Wagenbauer ist enorm.

Mit bis zu zwei großen Notstromaggregaten
werden Karusselle, Riesenräder, Pyramiden,
Wasserpumpen und vieles mehr angetrieben.
Wasserrutschen, feuerspuckende Drachenköpfe,
venezianische Masken und die vielen ideenreichen
Fußgruppen runden zusammen mit den
Musikkapellen (auch aus dem Ausland) das Bild ab.

Dazu die befreundeten
Faschingsvereine mit ihren Garden und Elferräten.

So kann der Verein im Jahr 2012 sein 44jähriges Vereinsjubiläum feiern.

Ein Jahr später, 2013, gibt es dann einen Jubiläumsumzug unter dem Motto

“66 Jahre Faschingsumzug in Engetried”


Fazit:

Man muß weit reisen, um einen Umzug zu

finden, der an Ideenreichtum

und Aufwand, an Farbenpracht und Abwechslung dem

Engetrieder Faschingsumzug gleich kommt.


Umzugstermine:

Am Faschingssonntag ab 13.13 Uhr in Engetried,

ab 14.44 Uhr in Mkt. Rettenbach,

am Faschingsdienstag um 14.00 Uhr nur in Engetried.

Der Umzug findet in jedem geraden Jahr statt (2010, 2012 usw.)


Hier noch die geographische Lage von Engetried


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